Mobile-Werbung – Quo Vadis

Eines vorweg, wer auf die Idee kommt ein Onlinebanner einfach zu schrumpfen, um es dann auf eine Mobileanwendung zu platzieren, muss von allen guten Geistern verlassen sein. Das Display ist oftmals zu klein, die Werbebotschaft ist nur bedingt lesbar, es stört extrem und verärgert den User. Eine Studie zeigt, dass 40% der Klicks auf Mobile-Banner entweder aus Versehen oder aus betrügerischer Absicht geschehen. Werbung auf dem Smartphone ist ein grober Eingriff in die Privatsphäre, Werbung im Mobilebereich muss dem User einen direkten Mehrwert bieten bzw. er muss die Werbung freiwillig zulassen. Ansonsten werden auch hier die Adblocker rasant zunehmen und die Werbung schafft sich auf dem Mobile selber ab.

20130215_41Zunächst einmal, Kreativität hilft, wie eine Coca-Cola Kampagne aus Hongkong zeigt (2012 in Cannes ausgezeichnet). Der TV- Spot lädt die Zuschauer ein, über den Fernsehbildschirm fliegende Kronkorken mit dem Handy einzufangen. Mit jedem eingefangenen Kronkorken konnte man sofort Discounts, Mobile-Games und andere digitale Dinge gewinnen. Die Kampagne hatte in der Umsetzung jedoch einige Hindernisse zu überwinden. Die User mußten wissen, wann der Spot läuft, entsprechend wurde dieser beworben und die User mußten sich eine App runterladen. Im ersten Monat der Kampagne wurde die App 380.000mal runter geladen und der Spot generierte medienübergreifend 9 Millionen Views. Hier mehr zur Kampagne:

Bildschirmfoto 2013-10-24 um 17.46.27

Weniger kreativ aber auch ein Weg, ist den Konsumenten dafür zu bezahlen (max. 15 EUR im Monat), dass er sich freiwillig Werbung anschaut. Das Konzept ist zwar nicht ganz neu, allerdings ist die Umsetzung eine Neue. Abalo nutzt den Lock-Screen von Android-Smartphones als Plakatfläche. Allerdings ist es zweifelhaft, ob die User, die sich gegen Bezahlung die Werbung auf das Handy holen, auch die Zielgruppe des werbenden Unternehmens ist. Es könnte insbesondere für User mit einem sehr geringen Einkommen ein Anreiz sein und die sind nicht unbedingt des Markenartiklers Liebling. Beide Ansätze haben aber eines gemein, sie laden den Konsumenten zur Werbung ein und behindern ihn nicht bei der Nutzung des Smartphones.

09825473b0c72a57Wo vor wir ein wenig Angst haben ist, dass die sprechende Smartphone-Werbung kommt. Nuance hat die Voice Ads entwickelt. Das Unternehmen hat auch die iPhone-Spracherkennung Apple Siri und das Pendant Samsung S-Voice mitentwickelt. Das Video zeigt, wie die Voice Ads arbeiten. Es soll zu einem Dialog zwischen User und Unternehmen kommen, wir sind gespannt.

Und wer weiterhin digital auf dem Laufenden bleiben möchte, kann gerne den Blog als E-Mail Abo wählen. Und keine Angst, man wird nicht mit Mails überhäuft.

Der interessierte Leser findet hier noch viele schöne Beispiele zu Mobile-Werbung: The Cannes Mobile Lions winners 2013. Alle Kampagnen haben eines gemeinsam, sie schenken dem User einen Nutzen.

clipticker

Advertisements

Über Thorsten Wellmann

Advertising is my drug. More than 15 years of experience in Advertising. Working as Management Supervisor for the Dentsu Group and thjnk, agency of the year in 2017 and one of the top ten creative agencies in Germany. Startups are my passion, Co-founder of startupdorf a local, grassroots and entrepreneur-led network to foster Düsseldorf startup eco-system. Founder of clipticker, a video marketplace for brands (2010 - 2013).
Dieser Beitrag wurde unter Beratung, Kreation abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s